Die Box

Das Unding der modernen Hundeerziehung

Das Unding in der Hundeerziehung der letzten Jahre ist ganz klar "die Box", mit der dem Hund, schon im Welpenalter, "Ruhe" beigebracht werden soll. Plötzlich wird jedem frischgebackenen Hundebesitzer eingeredet, dass sein Hund hyperaktiv sei und er darum ganz dringend mit hilfe einer Box "Ruhe" lernen muss, da man sich sonst einen dauer nervösen Hibbel erzieht, der nicht von selber in der Lage sein wird sich mal hin zu legen und zu schlafen/ruhen.


Welpenratgeber zählen die Box mittlerweile sogar zur Grundausstattung und preisen diese als unverzichtbares Werkzeug der Erzieheung an. Auch Hundeschulen sind auf den Zug aufgesprungen dem -noch- unwissenden Hundehalter einem von der Box zu predigen.


Nun kann das Boxentraining an sich für einige spezielle Situationen sehr Sinnvoll sein:


  • Um im Kofferraum eines Wagens mit zu fahren 
  • Für eine Flugzeugreise (Frachtraum für große Hunde)
  • Für Ausstellungen als geschützter Raum
  • Für einen Krankheitsfall, bei dem der Hund sich nicht groß bewegen darf/soll.


Angepriesen wird sie dem Hundehalter aber nicht als Hilfsmittel für oben genannte Szenarien👆, sondern soll dazu dienen, das man selber Ruhe hat und sich das "alleine bleiben Training" erspart indem man den Hund einfach in die Box sperrt.(viele unter und/oder überforderte Hunde, die nicht langsam genug an das alleine sein heran geführt werden, vertreiben sich die Zeit gerne mal damit ihren Frust und ihre Energie in das zerstören von Gegenständen zu stecken). Viele Hunde werden auch des Nachts in diese Boxen gesperrt - aber natürlich nur zum Schutz vor sich selbst 🙄


JEDER dieser Hundehalter versichert dabei vehement, dass der eingesperrte Hund da total gerne drin ist, weil er ja sofort darin einschläft und sogar freiwillig da rein geht.

    Dabei muss ich immer an Laborratten denken, die auch freiwillig in ihre Käfig zurück gehen, obwohl er nichts gutes bedeutet.    


👉Viele Hunde nehmen eine Höhle als Schlafplatz gerne an. Eine offene Box, ohne Tür kann eine super Höhle sein, sobald man aber meint seinen Hund vor sich selbst schützen zu müssen und die Tür schließt hört der Spaß auf. Anstatt den Hund ein zu sperren, sollte man anfangen sich Gedanken zu machen warum der Hund z.B. Gegenstände in meiner Abwesenheit kaputt macht. Stress, Verlustängste, Über-/Unterforderung können potentielle Gründe dafür sein.

⚠️Das sind alles Gründe für die es absolut nicht notwendig ist den Hund daheim in eine Box zu sperren⚠️. 


Kommen wir zur besagten "Ruhe". Es gibt sehr aufgedrehte und gegenteilig dazu auch sehr "trantütige" Welpen. Damit das Hundekind sich mal hinlegt und seinem Ruhebeürfnis nachgeht, muss es aber nicht in eine Box gesperrt werden. Oftmals ist hier der Hundehalter das "Problem", der den jungen Hund mit Spielzeug und Co. (oft unbewusst) pusht.


Anstatt eine Box zu kaufen, kann man sich einfach mal ruhig aufs Sofa setzen und gar nichts machen. Keine Spielherausforderung starten und annehmen, keine ständige Kontaktaufnahme(Blicke/ansprechen) mit dem Hund. Einfach mal ruhig sitzen. Der eine braucht ne Weile um das zu verstehen und testet unter Umständen mehr aus.

Aber verstehen tun sie es alle und das ganz ohne eingesperrt und beengt zu werden. 


Fazit

Die Box kann bedingt sinnvoll sein, wird aber viel zu oft einfach für den persönlichen Komfort missbraucht. Kein normaler* Hund braucht eine verschlossene Box um vernünftig erzogen zu werden ☝️ Lasst ab von dieser Erziehungsmethode und findet zurück zur guten, alten Geduld.


*normal = nicht durch irgendwelche Traumata geschädigt | gefährlich 

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