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Warum wir kastrieren

Warum wir kastrieren

Die Kastration ist etwas, womit man sich als Hundehalter früher oder später zumindest einmal -kurz- mit auseinander setzen muss.

Was ist eine Kastration?, was bewirkt sie und was bringt sie mit an Vor- und Nachteilen?, wann ist der richtige Zeitpunkt und tut sie überhaupt not?

Eine Kastration ist gerade beim Rüden schnell gemacht und somit machen sich viele Leute eigentlich gar keine Gedanken darüber. Dazu kommt, das es viele Tierärzte und auch Hundeschule/ Trainer gibt, die so früh wie möglich zur Kastration raten. Das hat zur Folge, dass viele Leute ihren Rüden kastrieren lassen, damit er nicht anfängt draußen markieren, oder weil der Trainer ihnen einredet, dass der Welpe der gerade seine "Rammel"-phase hat auf jeden Fall "hypersexuell" wäre und niemals mehr an etwas anderes denken kann als zu "Rammeln", wenn er nicht schleunigst kastriert wird.


Ich habe schon mitbekommen, dass ein 5 Monate alter Rüde sofort kastriert wurde, weil er das markieren angefangen hat und die Besitzer nicht wollten, dass er sie jetzt dominiert (weil das passiert dann, weiß man ja 🙄).


Erst neulich traf ich eine Dame mit zwei Rüden und wie ich so mit ihr ins Gespräch kam, taten sich Abgründe auf, die ich besser nicht erfahren hätte. Die Erwachsene Dame (etwa um die 40-45 Jahre) konnte das Wort "kastriert" zum einen nicht aussprechen und zum anderen dachte sie, das dem Rüden bei der Kastration der Penis (!!!!) abgeschnitten wird.

👉 Über so viel Unwissenheit war und bin ich ehrlich gesagt einfach nur entsetzt. Wie wenig diese Leute sich mit dem Lebewesen welches sie sich angeschafft haben auseinander setzen ist teilweise einfach nur traurig.

Teetous Kastration

Jetzt kommen wir zum "Star" dieses Themas, Teetou, mein Fuchs:


Ich halte generell eigentlich nicht viel von Kastrationen, wenn sie nicht aus medizinischen Gründen notwenig sind. So kommt es auch, dass weder Fuchs noch Wolf (bis jetzt) kastriert sind. Leider sehe ich mich aber jetzt dazu gezwungen meine eigenen Prinzipien zu verraten. Durch unseren Umzug haben wir uns wegen Gebell schon eine Beschwerde eingehandelt (ist aber alles geklärt und durch Training behoben). Dazu lebt direkt über uns eine Hündin + meine eigene unkastrierte Hündin, die ja direkt mit bei uns lebt.


Der Fuchs ist soweit relativ entspannt bei Läufigkeiten, bis es zu den Stehtagen kommt. Da aber weder Fuchs noch Wolf kastriert sind, werden sie natürlich auch in der Läufigkeit vor, während und nach den Stehtagen getrennt sobald wir nicht da sind.

👉 Und das ist das Problem. 

Der Wolf hat ein kleines oder eher großes Problem damit in einen Raum gesperrt zu werden, noch blöder findet sie es, wenn der Fuchs dann da ist, sich aber in einem ebenfalls anderen Raum befindet. Sie weint dann, jault, jammert und kratzt an den Türen und das ohne Unterlass. 

Während der Stehtage gibt mein sonst so ruhiger Fuchs auch leider keine Ruhe. Er bellt, jammert und weint was das Zeug hält.... auch Nachts, ununterbrochen und zu allem Überfluss auch noch markdurchdringend laut. Er ist dann vollkommen außer sich. 

Daraus ergibt sich auch Problem Nr.2:

Die anderen Hündin im Haus, die früher oder später Läufig werden wird.

☝️Unsere Hunde sind hier zwar mittlerweile geduldet. Die Haltung ist hier aber nur "gestattet", solange sich keiner beschwert. Da wir schon eine Beschwerde hatten (siehe im Beitrag weiter oben) können wir das leider auch nicht "einfach mal probieren".


▶️ Training? Gestaltet sich schwierig.

Wie soll man das Verhalten während der Läufigkeit, außerhalb der Läufigkeit trainieren ? Zumindest meine Hunde verhalten sich dann den Hormonen geschuldet anders als sonst.

▶️ Für die Zeit einen von beiden weggeben ?

Wäre möglich, ist aber finanziell einfach nicht drin. Sowas kostet eine Unmenge und müsste für mindestens die ganze Dauer der Läufigkeit passieren (Gründe siehe oben).

⏩Dazu kommt dann ja auch noch die Läufigkeit der anderen Hündin, die in diesem Haus wohnt. Finanziell ist das für mich auf Dauer leider nicht machbar. 


Es ist einen schwierige Situation 😔, 

aber wir haben entschieden, dass dies die beste Lösung für alle Beteiligten sein wird. Der Fuchs ist schon fast 3 Jahre alt, was und diese Entscheidung zumindest ein Stück weit einfacher machte. Einen exakten Termin haben wir noch nicht, werden dies aber demnächst in Angriff nehmen.


⚠️Trotzdem ändert das nichts an meiner Grundeinstellung zur Kastration.⚠️


Wie steht ihr denn so zur Kastration? 

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Kommentare: 4
  • #1

    Christina (Montag, 13 August 2018 00:49)

    Hey,
    Mich würde einmal interessierwn, aus welchen Gründen du die Kastration generell ablehnst. Da bist du ja leider nicht drauf eingegangen in dem Text.

    Viele Grüße

    Christina

  • #2

    Isabella (Montag, 13 August 2018 16:36)

    Ich kann Dich gut verstehen - von unseren bisherigen seche Hunden haben wir auch nur zwei kastrieren lassen - Dingo im alter von 7 Jahren wegen Veränderungen an Hoden und Prostata und Damon mit deultich über 3 Jahren (der hatte echt "Überspannung" und musste bei läufigen Hündinnen im Umfeld regelmäßig zum Tierarzt an die Infusion weil er nicht gegessen und getrunken hat)!
    Cara wurde (leider) schon im Tierheim kastriert und das mit 4 Monaten.

    Bei Shadow stehen wir jetzt vor dieser schwierigen Entscheidung - bei ihm hat sich ein Hoden wieder in den Bauchraum zurückgezogen. Der muss auf alle Fälle in den nächsten 12 Monaten entfernt werden ... und der andere entwickelt sich auch nicht so richtig weiter. Aber noch können wir etwas abwarten und dann entscheiden.

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

  • #3

    Fuchs und Wolf (Montag, 13 August 2018 19:31)

    Hallo Christina,
    darüber wird es in der Kategorie "Wissen" nochmal einen Beitrag zu geben. Da das aber noch dauern könnte, bekommst du natürlich trotzdem eine Antwort :)

    Ich lehne Kastrationen ohne medizinischen Grund eigentlich ab, weil ich es nicht gut finde einem gesunden Tier ein gesundes Körperteil zu entfernen, nur damit der Mensch es gerade etwas einfacher hat. Ich finde ein Hund muss sich mit dem was Hormonell in ihm passiert auseinandersetzen dürfen und er sollte damit das Recht haben geistig erwachsen werden zu dürfen.

    Zu kastrieren weil einem das markieren, das momentan gesteigerte Interesse am anderen Geschlecht oder das Blut während der Läufigkeit nicht in den Kram passt, ist meiner Meinung nach ziemlich egoistisch.
    ----
    Dann kommen natürlich noch die medizinischen Kontra dazu, die die Kastration mit sich bringt :
    - Ein für viele Hunde "nicht richtig identifizierbarer" Geruch den der Kastrat dann trägt
    - gesteigertes Risiko für Inkontinenz (vorallem bei Hündinnen)
    - Nachlassen des Bindegewebe (Stichwort fehlendes testosteron)
    - fehlendes Selbstbewusstsein
    - Hunger (Thema Gewichtszunahme)
    - Fellveränderungen
    -probleme beim knochenwachstum (bei frühkastraten vor der Pubertät)
    - höheres Risiko für Kreuzbandrisse
    - nicht erreichen der geistigen Reife
    [...]

    Die Liste ist lang, für meinen Geschmack ZU lang um "einfach mal eben so" zu kastrieren.

    Das bezieht sich allerdings nur auf Hunde

    Ich hoffe, dass ich dir so einen besseren Einblick in meine Bedenken geben konnte
    :)

  • #4

    Fuchs und Wolf (Montag, 13 August 2018 19:35)

    Hallo Isabella,
    Ohje, aber bei einer Kastration, die aufgrund von medizinischen Gründen geschehen muss, ist es ja meist wirklich das beste für das Tier. Ein Hoden der in den Bauchraum gewandert ist und auch das mit deren Veränderungen der Prostata sind ja alles Sachen unter denen der Hund unbehandelt sonst nur leider :)

    Bei Tierschutz/heim Hunden meine ich zumindest einen leichten Trend in Richtung "können sie auch unkastriert adoptieren". Wobei ich es im Tierschutz zumindest ein Stück weit (!) nachvollziehen kann, das es gemacht wird.

    Grüße