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Allergie und Hund - ist das machbar ?

Hundehalter trotz Tierhaarallergie ?


Eine Tierhaarallergie muss nicht zwangsläufig das "Aus" für einen Hund bedeuten.

Ich selbst habe eine Tierhaarallergie und bin trotzdem glückliche Besitzerin von Fuchs und Wolf.

 

👉Allergien können ganz unterschiedlich sein. Sie können "schon immer" da gewesen sein, aber auch erst plötzlich entstehen. Ebenso wie sie plötzlich kommen, können sie auch wieder verschwinden. Die Symptome reichen dabei von: niesen, über juckende Augen, bis hin zu Ausschlag und sogar Atemnot. Allergien können besser werden, man kann es z.B. mit Desensibilisierungen versuchen oder Tabletten einnehmen. Allergien können aber leider auch ganz schlimm werden, wenn man den Allergenen immerzu ausgesetzt ist. Was, wieso und warum ist bei jedem Anders. 

 

Ich erzähle dir hier jetzt etwas über Meine Allergie und wie Ich damit lebe.

Von Kindesalter an

 

Zuerst einmalIch habe diese Allergie schon von Kindesalter an. Damals hatte ich Meerschweinchen und Katzen und von einem Tag auf den Anderen fingen meine Augen schlimm zu jucken an, ich musste minutenlang im Sekundentakt niesen und konnte ohne eine Packung Taschentücher das Haus gar nicht mehr verlassen. 

Es wurde ein Test gemacht und dieses Ergebnis hat mich damals zu tiefst getroffen. 

Neben Haustaub/ Milben/ Pollen Und Heuschnupfen war ich auch gegen Tierhaare allergisch. Für mich ist damals eine kleine Welt zusammen gebrochen. 

Meine Eltern haben darauf alles erdenkliche getan um mit das Leben zu erleichtern und die Allergene in Schacht in zu halten: Ich hatte eine besondere Bettwäsche, Teppiche kamen raus, die Meerschweinchen bekamen ein Außengehe, die Katzen durften nicht mehr in mein Zimmer. 

 

Mein Heuschnupfen wurde besser und zum heutigen Tag kann ich sagen, das ich davon mittlerweile befreit bin.

 

Ich habe damals( und heute) selten Staub gewischt und ich bin davon überzeugt, dass ich mir somit eine eigene kleine Desensibiliesierung "gegönnt" habe. Die Haustauballergie wurde deutlich besser, sie ist noch da, aber sie beeinträchtigt mein Leben kaum noch (ich benutze keinen extra Staubsauger mehr und brauche auch keine extra Allergikerbettwäsche)

Auch die Tierhaarallergie wurde mit der Zeit "milder". Wo ich anfangs nur einen Raum betreten musste in dem sich vorher ein Tier aufgehalten hat, merke ich meine Allergie mittlerweile nur noch bei sehr stark haarenden und großen Tieren.

Wie äußert sich meine Allergie ?

Mit niesen, juckenden Augen und bei Kontakt kann es auch mal zu verschiedenem Ausschlag kommen (juckende pusten, die so 10-20 Minuten da sind/ heiße stellen, pusteln die nicht jucken, aber bis zu 45 Minuten bleiben). Jeder der sich allergiebeeingt schonmal die Augen gekratzt hat, der kennt das Gefühl von "Sandpapier". Es fühlt sich an als hätte man Sandpapier unter den Augenlidern. Augen auf oder zu, alles tut einfach nur noch weh. 

Trotzdem Hunde ?

Ich wollte mein Leben lang Hunde und so eine blöde Allergie sollte mir das ganz sicher nicht versauen.

Bevor ich den Fuchs geholt habe, gingen erstmal 7 Jahre ins Land. Ich hatte genug Zeit mich über die Rasse zu informieren, ich war auf Ausstellung unf habe Kontakt zu Züchtern aufgenommen, die mich sogar an ihren Hunden haben riechen lassen. Eine Mittelspitz Züchterin hatte mir damals sogar extra ausgekämmte Unterwolle mitgegeben, damit ich daheim mal "testen" kann. 

Ich hatte aber auch "den Plan" wie z.b. 

  • Hund darf nicht ins Schlafzimmer (als Haarfreie Zone, wo ich mich quasie davon erholen kann)
  • Hundesachen werden einmal die Woche gewaschen
  • Immer nach dem anfassen Hände waschen
  • Hund nicht aufs Sofa
  • Kleidung die ich im Haus trage, damit ich nicht überall Haare habe

Und dann war der Tag gekommen. Ich habe den Züchter besucht. Meine Allergie hielt sich wirklich extrem in Grenzen. Trotz so vieler Hunde und Haare. Das war ein gutes Zeichen. 

Die ersten 2-3 Wochen, die der kleine Baby Fuchs dann bei mir war, hatte ich einen leichten Ausschlag wann immer er mich abgeleckt hatte. Hin und wieder musste ich mal niesen. Es dauerte aber nicht lange, da schlief er im Bett und meine allergischen Reaktionen wurden kontinuierlich weniger. Es war als würde sich mein Körper einfach langsam daran gewöhnen. ☝️Die Hunde schlafen mittlerweile bei mir im Bett, ich habe keine extra Kleidung und es gibt auch keine Hundefreie Zone in meinem Haus. Lediglich die Fellpflege versuche ich so gut es geht nach draußen auf den Balkon zu verfrachten. Die Haare die dabei dann herumfliegen bringen mich nämlich durchaus schnell zum niesen.

"Nach mir die Sinnflut"

Ich hatte mich aus Allergie Gründen extra für einen Rüden entschieden und der Fuchs haart wirklich absolut gar nicht.

Hündinnen hingegen werfen durch ihre Läufigkeit bedingt zwei mal im Jahr ihr Haarkleid ab. Ich hatte also alles richtig gemacht ......

Und dann kam Garou 🐺 eine Hündin und  sie haart ungemein. Sie hat ihre erste Läufigkeit hinter sich und ist quasie "nackt", bei jedem streicheln hat man einen Büschel Haare in der Hand 👉 Mein bester Freund momentan ist daher die "Fusselrolle". Hin und wieder (1-2 mal im Monat) nehme ich deswegen eine Allergie Tablette. Ich versuche das einnehmen von diesen Tabletten so gering wie möglich zu halten, damit sich mein Körper (wie bei einer Desensibiliesierung) an das Vorhandensein der Allergene gewöhnen kann. 


Ich fahre sehr gut mit dieser Taktik.

Lass dir aber gesagt sein: Wenn du Atemnot bekommst, dann verzichte auf das Abenteuer Hund. Meine Allergie hat sich über Jahre gebessert, ich war aber niemals in einem Zustand von starker Gesundheitsgefährdung. Solltest du ganz stark allergisch sein und Atemnot in der Nähe oder beim Umgang mit Tieren bekommen, dann sei so vernünftig und verzichte auf das Abenteuer Hund. 

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